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Praxis

Warum bringt meine Website keine Kunden?

In den meisten Fällen liegt es an einer von fünf Stellen: Niemand findet die Seite, die Besucher sind die falschen, die Seite beantwortet ihre Fragen nicht, es gibt keinen klaren nächsten Schritt, oder Anfragen kommen an und werden zu langsam bearbeitet. Prüfen Sie in dieser Reihenfolge – mehr Werbung hilft erst, wenn die Kette dahinter hält.

7 Min. LesezeitAktualisiert am Ing. Özgür Deli, MSc CMSE

Erstens: Findet Sie überhaupt jemand?

Die einfachste Prüfung: Richten Sie die Google Search Console ein und sehen Sie nach, wie viele Impressionen Ihre Seite bekommt. Impressionen bedeuten, dass Google Ihre Seite jemandem gezeigt hat. Sind es fast keine, ist Ihre Seite unsichtbar – dann helfen weder bessere Texte noch ein neues Design, sondern nur Sichtbarkeit. Sind es viele, aber kaum Klicks, dann werden Sie zwar gezeigt, aber zu weit hinten oder mit einem wenig überzeugenden Suchergebnis. Diese Unterscheidung ist der wichtigste Schritt, und sie kostet nichts.

Wo die Besucher zwischen Aufruf und Anfrage verloren gehen
Besucher im Monat1.000

Alles, was überhaupt auf der Seite ankommt.

Davon passend30070 %

Der Rest sucht etwas anderes – häufig, wenn Inhalte auf breite statt auf kaufbereite Suchbegriffe zielen.

Liest bis zum Angebot9070 %

Hier entscheidet, ob die Seite die Frage des Besuchers beantwortet oder über sich selbst spricht.

Ruft den Kontakt auf2572 %

Fehlt ein klarer nächster Schritt, bricht die Kette an dieser Stelle.

Schickt eine Anfrage868 %

Jedes Pflichtfeld mehr kostet an dieser Stelle messbar Anfragen.

Die Balkenbreite ist nicht linear skaliert – sonst wären die unteren Stufen nicht mehr voneinander zu unterscheiden. Maßgeblich sind die Zahlen, nicht die Breite.

Beispielhafte Größenordnungen zur Veranschaulichung der Kette. Prüfen Sie von oben nach unten – mehr Werbung hilft erst, wenn die Stufen darunter halten.

Zweitens: Sind es die richtigen Besucher?

Viele Zugriffe ohne Anfragen deuten oft darauf hin, dass Ihre Seite für Suchbegriffe erscheint, die nicht zu Ihrem Angebot passen. Wer nach einer Anleitung sucht, will nichts kaufen. Prüfen Sie in der Search Console, für welche Suchanfragen Sie tatsächlich erscheinen. Stehen dort überwiegend Begriffe ohne Kaufabsicht, ist nicht die Seite das Problem, sondern die Ausrichtung ihrer Inhalte.

Drittens: Beantwortet die Seite die Fragen des Besuchers?

Ein Besucher hat vier Fragen, in dieser Reihenfolge: Bin ich hier richtig? Kann das jemand für mich lösen? Was kostet es ungefähr? Wie geht es weiter? Die meisten Websites beginnen stattdessen mit der Firmengeschichte. Besonders die Preisfrage wird gerne vermieden – aus Sorge, zu teuer zu wirken. Das Ergebnis ist, dass der Besucher weitersucht, statt zu fragen. Eine Größenordnung mit ehrlicher Begründung filtert die Falschen heraus und schafft bei den Richtigen Vertrauen.

Viertens: Gibt es einen klaren nächsten Schritt?

Auf vielen Seiten steht am Ende ein Kontaktformular mit einem leeren Feld für die Nachricht. Das ist eine Hürde: Der Besucher muss selbst formulieren, was er will. Deutlich besser funktioniert ein geführter Weg – wenige Auswahlfragen zum Thema, zum ungefähren Rahmen, dann die Kontaktdaten. Das senkt die Hemmschwelle und liefert Ihnen zugleich eine vorqualifizierte Anfrage statt eines Einzeilers.

Fünftens: Was passiert nach der Anfrage?

Diese Stelle wird am häufigsten übersehen und ist am billigsten zu beheben. Wer eine Anfrage stellt, fragt meist bei mehreren an. Wer zuerst brauchbar antwortet, bekommt oft den Auftrag – unabhängig vom Preis. Messen Sie ehrlich, wie lange es von der Anfrage bis zu Ihrer Antwort dauert und wie lange bis zum Angebot. Liegen dort Tage, ist das Ihr größter Hebel, und er kostet kein Werbebudget. Ebenso das Nachfassen: Ein erheblicher Teil unbeantworteter Angebote wurde nicht abgelehnt, sondern schlicht vergessen.

Warum mehr Werbung selten der erste Schritt ist

Werbung verstärkt, was da ist. Ist die Positionierung unklar, verstärkt sie die Unklarheit. Führt die Seite nicht zur Anfrage, kaufen Sie teuer Besucher ein, die wieder gehen. Bleiben Anfragen liegen, kaufen Sie Anfragen, die verfallen. Erst wenn die Kette von der Sichtbarkeit bis zur Antwort hält, lohnt es sich, mehr Menschen hineinzuschicken. Das ist unbequem, weil Werbung schneller zu beauftragen ist als eine Ursachenanalyse – aber es ist der Unterschied zwischen investieren und verbrennen.

Häufige Fragen

Wie lange dauert es, bis eine neue Website Anfragen bringt?

Über Anzeigen ab dem ersten Tag. Über die organische Suche bei einer jungen Domain mehrere Monate. Wer anderes verspricht, verkauft Ihnen etwas.

Wie viele Besucher brauche ich für eine Anfrage?

Das schwankt stark nach Branche und Angebot. Wichtiger als ein Vergleichswert ist Ihre eigene Entwicklung: Messen Sie den Ist-Zustand, ändern Sie eine Sache, messen Sie erneut.

Lohnt sich ein neues Design?

Nur selten als erster Schritt. Wenn niemand die Seite findet, ändert ein neues Design daran nichts. Prüfen Sie erst Sichtbarkeit, Inhalt und Anfrageweg.

Wie sieht das in Ihrem Fall aus?

Im kostenlosen Erstgespräch bekommen Sie eine konkrete Einschätzung zu Aufwand, Kosten und Reihenfolge – bezogen auf Ihren Betrieb, nicht auf einen Durchschnitt.

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